Wie sieht die Zukunft der europäischen Jugendpolitik aus?

Wie können junge Menschen besser informiert und stärker in politische Entscheidungen eingebunden werden? Und welche Themen sollten in der europäischen Jugendpolitik künftig im Mittelpunkt stehen? Darüber diskutierten junge Menschen, Jugendorganisationen und politische Entscheidungsträger:innen bei der EU-Jugendkonferenz in Dublin.

Vom 27. bis 30. September 2026 fand in Irland die EU-Jugendkonferenz statt. Sie markierte den Auftakt des 12. Zyklus des EU-Jugenddialogs, der sich mit dem Europäischen Jugendziel Nr. 4 „Information und konstruktiver Dialog“ beschäftigt. Auch Eurodesk war bei der Konferenz vertreten.

 

Zwischen Fake News, KI und sozialen Medien

Wie finden junge Menschen vertrauenswürdige Informationen? Welchen Einfluss haben Algorithmen auf unsere Meinungsbildung? Und wie können wir trotz unterschiedlicher Ansichten respektvoll miteinander diskutieren?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt verschiedener Workshops. Die Teilnehmenden beschäftigten sich unter anderem mit Desinformation, künstlicher Intelligenz, Medienkompetenz und der Rolle sozialer Netzwerke.

Dabei wurde deutlich: Nicht nur junge Menschen müssen lernen, Informationen kritisch zu hinterfragen. Auch digitale Plattformen und politische Entscheidungsträger:innen tragen Verantwortung dafür, dass Informationen transparent, zugänglich und vertrauenswürdig sind.

 

Neue Ziele für Europas Jugend

Ein besondrer Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Überarbeitung der Europäischen Jugendziele. Diese sollen die Bedürfnisse und Herausforderungen junger Menschen in Europa widerspiegeln.

Die Teilnehmenden schlugen unter anderem folgende neue beziehungsweise überarbeitete Schwerpunkte vor:

  • Partizipation und Demokratie: Junge Menschen stärker an politischen Entscheidungen beteiligen.
  • Ein Leben in Würde: Herausforderungen wie hohe Wohnkosten, Armut und soziale Ungleichheit angehen.
  • Frieden und Sicherheit: Menschenrechte, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Widerstandsfähigkeit stärken.
  • Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit: Die Interessen junger Menschen beim Klimaschutz stärker berücksichtigen.

 

Wie geht es weiter?

Die Ergebnisse aus Dublin fließen in die weitere europäische Jugendpolitik ein. In den kommenden Monaten werden junge Menschen in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten erneut konsultiert. Die nächste EU-Jugendkonferenz findet vom 8. bis 11. März 2027 in Litauen statt. Dort stehen insbesondere die Verantwortung digitaler Plattformen und die psychische Gesundheit junger Menschen im Mittelpunkt.

 

Was ist der EU-Jugenddialog?

Der EU-Jugenddialog ermöglicht es jungen Menschen, ihre Meinungen, Wünsche und Forderungen in die europäische Politik einzubringen. In 18-monatigen Zyklen tauschen sie sich mit politischen Entscheidungsträger aus und entwickeln gemeinsam Empfehlungen für die Zukunft Europas.